DNA-Analyse zur Charakterisierung
von Garnelen
(Bg) Das Fischereiprodukt Nordseegarnele (lateinisch: Crangon-crangon), (englisch: brown-shrimp, common-shrimp) ist eine hoch geschätzte Meeresfrucht. Die jahreszeitlich bedingte Schwankung der Anlandungen macht sich preislich auf dem Markt deutlich bemerkbar. Zum Ausgleich der wechselnden Fangmengen wird immer wieder auf äußerlich ähnliche aber sensorisch unterschiedliche Produkte aus Garnelen verwandter Arten ausgewichen.falschWährend bei Erzeugnissen aus tropischen Garnelen häufiger unzureichend oder deklarierte Waren nachgewiesen wurden, konnten Handel und Verbraucher bis vor Kurzem beim Kauf von Nordseegarnelenfleisch davon ausgehen, die gewünschte Garnelenart zu erwerben. Die Situation hat sich seit dem Auftauchen asiatischer, kleinmaßiger Garnelenarten in den Niederlanden und dem Verkauf anderer kleiner Garnelen (Metapenaeus monoceros und Procambarus clarki) in Deutschland geändert.
Das Krabbenfleisch der Nordseegarnele ist optisch vom Verbraucher kaum von ähnlichen Produkten aus anderen kleinmaßigen Garnelenarten zu unterscheiden. Um den Verbraucher vor einer eventuellen Täuschung zu schützen, wurde eine DNA-Analysenmethode entwickelt, die auf der PCR (Polymerase-Kettenreaktion) in Verbindung mit der SSCPAnalyse (SSCP: Einzelstrang Konformations-Polymorphismus) beruht.
Die eingesetzten PCR-Systeme amplifizierten kurze Abschnitte des mitochondrialen 16S-rRNA-Genes. Die Identifizierung von Nordseegarnelen und ihrer Unterscheidung gegenüber anderen Crangon-Arten gelang mit Hilfe der SSCP-Muster. Zur weiteren Charakterisierung wurden die PCR-Produkte sequenziert.
Mit diesem Verfahren der PCR-basierten DNA-Analyse ist es möglich, das rohe oder erhitzte Fleisch der Nordseegarnele zu identifizieren und vom Fleisch anderer Crangon-Arten und anderer Garnelen zu unterscheiden. Die SSCP-Analyse erlaubt es, schnell und im Vergleich zur Sequenzierung kostengünstiger zwischen Crangon-crangon, Crangon-allmanni und fremden Crangon-Arten zu differenzieren.
Zur Absicherung der Ergebnisse sollten Proben sowohl von weiteren Crangon-Spezies als auch Proben aus anderen Populationen von Crangon-crangon analysiert werden.
Quelle: K. Schiefenhövel, H. Rehbein, Fleischwirtschaft 90. Jahrgang 2010, Heft 1, S. 89