Arsen in Reisdrinks

(Bg) Arsen ist als krebserregend eingestuft. Aus diesem Grund sollte die Aufnahmenmenge so klein wie möglich bleiben. Reisdrinks, die auch als Reismilch im Handel sind, werden häufig von Kleinkindern als Ersatz für Kuhmilchprodukte aufgenommen. Aufgrund des geringen Körpergewichts bei gleichzeitig größerem Konsum von Reismilch im Vergleich zu Erwachsenen kann es bei Kleinkindern, bezogen auf das Körpergewicht, zu einer erhöhten Arsenaufnahme kommen.

Anlass der erneuten Untersuchung durch die britische Lebensmittelsicherheitsbehörde waren beunruhigende Ergebnisse aus dem Jahr 2008, die ebenfalls in Reisdrinks und anderen Reisprodukten Arsen als Schwermetallkontaminant nachgewiesen hatten. Die Gehalte lagen zwischen 0,010 bis 0,034 mg/kg Arsen, wobei der Anteil des organischen Arsens 0,005 bis 0,020 mg/kg ausmachte. Alle gefundenen Arsengehalte unterschritten den für Großbritannien geltenden Höchstgehalt von 1 mg/kg für Lebensmittel allgemein, bzw. 0,1 mg/kg für nichtalkoholische Getränke.

Während für Blei, Cadmium, Quecksilber und organisches Zinn durch die VO (EG) Nr. 1881/2006 europaweit einheitliche Höchstgehalte für Lebensmittel festgelegt wurden, existieren für Arsen keine einheitlichen Vorgaben. Großbritannien orientiert sich an einem national festgelegten Arsenhöchstgehalt von 0,1 mg/kg aus dem Jahr 1959. Zu dieser Zeit war noch nicht bekannt, dass anorganisches Arsen als krebsauslösend einzustufen ist. In Deutschland gibt es keine nationale Höchstregelungen für Arsen in Lebensmitteln. Für Trinkwasser gilt in der EU ein Arsengrenzwert von 10 μg pro Liter. Britische Fachleute empfehlen, den Konsum von Reisgetränken bei Kleinkindern einzuschränken bzw. auf diese Getränke möglichst ganz zu verzichten.

Quelle: DLR 105, (2009), S. 520