Mineralwasser mit Uran belastet
(Bg) Uran kann wegen seiner chemischen Giftigkeit insbesondere bei Kleinkindern zu schweren Schädigungen der Niere führen. Foodwatch hat die Bundesverbraucherministerin Aigner und Bundeswirtschaftsministerin Schmidt aufgefordert gesetzliche Grenzwerte für Mineral- und Trinkwasser in Höhe von 2 Mikrogramm Uran pro Liter festzulegen. Die Gesundheitsvorsorge müsse sich nach Meinung dieser Vereinigung an denen orientieren, die ein besonderes Schutzbedürfnis haben. Nach heutigem Stand der Wissenschaft sei man mit einem Grenzwert von 2 Mikrogramm auf der sicheren Seite. Die Verbraucherrechtorganisation foodwatch hat eine Liste mit 825 Uranmessdaten von 435 Mineralwässern veröffentlicht. 104 Messwerte von 55 Marken lagen über 2 Mikrogramm Uran pro Liter. Das bedeutet, dass jedes achte Mineralwasser einen zu hohen Uranwert aufweist. Diese Auffassung bestätigt eine wissenschaftliche Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Obwohl diese Stellungnahme von Deutschland beauftragt worden war, haben die zuständigen deutschen Behörden bislang keine Konsequenzen gezogen und Uranwerte bis zu 10 Mikrogramm pro Liter offiziell als unbedenklich erklärt.Generell gesetzliche Grenzwerte gibt es bisher weder für Mineral- noch für Tafelwasser. Dabei dürfen bereits seit dem Jahr 2006 Mineralwässer in Deutschland, die mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beworben werden, einen Höchstwert von 2 Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten. Rund 87 % der von foodwatch vorgelegten Uranmessdaten lagen unter 2 Mikrogramm pro Liter. Bei vier Marken aus einer Quelle und 2 Heilwässern wurden mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter gemessen. Auch bekannte und weitverbreitete Mineralwässer wie San Pellegrino und Perrier (beide Nestlé), Freyersbacher oder Überkinger sind nach EFSA Maßstäben zu hoch belastet. Foodwatch sieht neben dem Gesetzgeber auch die Hersteller in der Pflicht. Er hat die Firma Nestlé als weltgrößten Anbieter von Mineralwasser aufgefordert, seine Verantwortung für die Gesundheit von Kleinkindern ernst zu nehmen. Bereits im August 2008 hatte foodwatch bundesweite Daten über die Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlicht. Auch hier lag etwa jeder achte, der rund 8200 Werte über 2 Mikrogramm pro Liter.
Quelle: LMuR 4, 13. Jahrgang 2009 – info VI