Nachgemachter Käse

Täuschung der Verbraucher ist nicht hinnehmbar

(AgE) Verbrauchertäuschung mit sogenanntem Analogkäse will der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauk nicht hinnehmen. Nach europäischem Recht sei die Bezeichnung „Käse“ ausschließlich einem aus Milch hergestellten Erzeugnis vorbehalten; werde ein Milchbestandteil ganz oder teilweise ersetzt, beispielsweise Milchfett durch Pflanzenfett, dürfe die Bezeichnung „Käse“ nicht verwendet werden.

Das sei seit längerem bekannt und werde durch die amtliche Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg regelmäßig kontrolliert. Trotzdem müssten immer wieder fälschlicherweise als Käse bezeichnete Waren oder Zutaten beanstandet werden, monierte der Minister. Von den Lebensmittelkontrolleuren der Überwachungsbehörden seien in den Jahren 2007 und 2008 über 540 als Käse bezeichnete Proben aus Verarbeitungsbetrieben, der Gastronomie, dem Handel und vom Hersteller beprobt worden.

Die Untersuchung der Proben durch die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes habe als Bilanz ergeben, dass nicht immer Käse drin gewesen sei, obwohl Käse draufgestanden habe. Bei insgesamt 48 Proben habe es sich um Imitate, also sogenannten Analogkäse gehandelt. Besonders häufig werde dem Verbraucher in der Gastronomie und in Imbissbetrieben falscher Käse angeboten. Hier sei der Verbraucher in 22% der Fälle getäuscht worden.

Als Kunstkäse, Analogkäse oder Käseimitat bezeichnet man nach den Erläuterungen des Agrarressorts käseähnliche Erzeugnisse, die nicht oder nur zu einem Anteil aus Milch oder Milchprodukten hergestellt werden. Dabei wird das Milchfett durch andere, meist pflanzliche Fette ersetzt, zum Teil auch das Milcheiweiß durch solches anderer Herkunft. Diese Produkte haben mit Käse nicht mehr viel gemeinsam. Durch den Einsatz von pflanzlichen Fetten ist es möglich, Produkte herzustellen, die das Aussehen und die Konsistenz eines normalen Käses aufweisen.

Diese Imitate sind auf dem Markt grundsätzlich nicht verboten, bedürfen aber einer besonderen Bezeichnung. Sie darf keine Verwechslung mit echtem Käse zulassen. Dem Verbraucher muss es möglich sein, die Art des Lebensmittels deutlich zu erkennen. Die Herstellung von Käseimitaten geht dem Ministerium zufolge einfach und schnell. Während echter Käse eine bestimmte Zeit reifen muss, kann Analog-Käse deutlich schneller und kostengünstiger hergestellt werden. Diese Produkte werden gerne aufgrund ihrer technologischen Vorteile wie Schmelzeigenschaft und Hitzebeständigkeit verwendet.